• Adlerwanderung im Malbun

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    Eindrücke von Heidi:

    Am 01. Oktober 16 durften wir den Falkner Norman Vögeli auf einer einzigartigen Adlerwanderung begleiten und ein Steinadlerweibchen hautnah erleben.

    Wir fuhren zuerst alle mit der Sesselbahn auf das Sareiserjoch, von wo wir uns gemeinsam auf den Weg hinunter nach Malbun machten. Dabei hat der Steinadler mal hoch über uns seine Kreise gezogen oder sass einfach gemütlich auf einem Bänkchen und wartete auf Aufwind.

    Norman Vögeli war so nett auf unsere Fotografenwünsche einzugehen und den Adler öfters auf seinen Arm anfliegen zu lassen, damit wir, sofern wir schnell genug waren, spektakuläre Flugfotos erzielen konnten. Er erklärte uns, dass der Adler nur Segeln kann und stetig auf Wind angewiesen ist. Ohne Wind kann er nicht fliegen.

    Es war auch sehr beeindruckend, dass der Steinadler, auf ein Zeichen des Falkners, mit rasender Geschwindigkeit auf dessen Faust zufliegt und meist eine halbwegs perfekte Landung schafft. Auf diese Geschwindigkeit muss sich der Falkner vorbereiten, sonst wäre sein Arm gebrochen.

    Unglaublich finde ich auch, dass der Adler jederzeit wegfliegen könnte. Laut Falkner Norman kommt sie immer freiwillig zurück.

    Zum Ende der Wanderung lässt sie sich auch freiwillig das Häubchen über den Kopf und die Augen ziehen. Norman meinte dazu: „Sie ist jetzt unter der Haube.“ Das heisst, sie hat keinen Stress mehr und vollstes Vertrauen zu ihm.

    Eindrücke von Natalie:

    Alle fuhren wir um 16 Uhr mit der Sesselbahn nach Sarais – ja auch der Falkner mit seinem Adler – der Adler kann nämlich nicht aus Eigenkraft in die Höhe fliegen – er braucht die Winde und die Thermik, um Höhe zu gewinnen.

    Nach einer kurzen Einführung oben beim Sarais lässt Norman die 8-jährige Adlerdame fliegen. Sie breitet ihre mächtigen Flügel aus und gleitet lautlos und elegant durch die Luft. Da an diesem Tag unterschiedliche Winde herrschen, ist es sehr herausfordernd für den Adler. So wird sie durch Fallwinde hinten beim Nenzinger Himmel regelrecht hinuntergedrückt. Das bedeutet für sie, dass sie irgendwie wieder an Höhe gewinnen muss – was dauern kann, denn die Winde bestimmen. Norman erklärt, dass man bei der Arbeit mit Adler vor allem Geduld haben muss. Denn sie wartet auf den richtigen Wind und auf den richtigen Moment, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Das wäre doch auch etwas für uns – lernen wie wir mit weniger Energieaufwand durch das Leben kommen. ☺ Wenn der Adler in seiner „Warteposition“ ist, heisst das für uns gute Gelegenheiten zum fotografieren. Wenn sie zum Beispiel auf der Holzbank sitzt und wartet bis die Winde günstig sind. So sitzt sie 2 Meter von uns entfernt auf der Bank und etwa 7 Fotografen schwirren um sie herum. Adrian nimmt seinen Mut zusammen und versucht ein Selfie mit der Adlerdame zu bekommen, doch es ist gar nicht so leicht. ☺

    Ganz spektakulär sind die Momente wenn Norman seine Adlerdame zu sich ruft. Dann können wir ganz nah bei ihm stehen und erleben wie sie mit einer riesigen Gewalt auf seinen Arm landet. Würde Norman einfach stehen bleiben mit seinem ausgestreckten Arm, der Arm wäre sofort mehrmals gebrochen. So federt Norman gekonnt die Landung ab – es sieht so aus als ob Norman mit seinem Adler tanzt. Wer Glück hat, ergattert ein gutes Foto vom dem Geschehen, weniger im Vorteil dabei sind Personen, die manuell fokussieren.

    Beim Herunterlaufen philosophieren wir noch über die Magie und Bedeutung der Adler und erzählen einander Geschichten. Norman meinte das Schöne an Adler wären, dass sie im Jetzt leben. Kein Nachtragen, keine Sorgen, kein Bedauern – nur das Jetzt ist wichtig. Für Schamanen und Indianer sind die Adler ganz besondere spirituelle Tiere. So nutzen sie die Kraft des Adlers, um in einer schwierigen Situation den Überblick zu bekommen und mit Geduld alle Einzelheiten aus der Vogelperspektive und objektiv zu betrachten (Klarheit). Auch steht der Adler dafür die eigene Wahrheit und Persönlichkeit auszuleben und nach Aussen zu zeigen (Freiheit). Er zeigt auch an wenn es Zeit ist etwas Neues zu wagen (Wagemut).

    „Betrachte alles aus der Perspektive des Adlers. Sie ist frei, weit und unbegrenzt, so dass dir unendlich viele Möglichkeiten und Wege offen stehen.“

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